Weingut Schweizer:

Hier der weinbauliche Jahresrückblick auf das Jahr 2017 (Rede), die Martin anlässlich des Erntedankfests / Herbstausklang in unserer Ihringer Kirche vor ca. 800 Gästen hielt. Viel Spaß bei der Lektüre.

„es ist nun etwas mehr als 9 Monate her, als ich (Martin Schweizer) mich am Neujahrsempfang bei einem guten Glas Wein und Hefezopf mit Pfarrer Boos über diesen Tag heute (Erntedankfest) unterhielt. So im Gespräch meinte er, Ich könne ja beim Erntedankfest einen kleinen Weinbaulichen-Jahresrückblich vortragen. Das ist zum einen natürlich für Sie, verehrten Gäste von nah und fern interessant, aber auch für die, die hier das Ganze Jahr wohnen, aber beruflich nicht so nah an der Natur zu schaffen haben wie wir Winzer. Ich verrat ihnen, was ich da gedacht hab. Ich dachte: „naja, ich werde dann sicher vom schönen Wetter und natürlich wieder von einem üppigen Herbst und so weiter erzählen können.“ Ich nahm mir also vor, die außergewöhnlichen Weinbau und Wetterbezogenen Dinge in meinem Kalender zu notieren, damit mein Vortag hier und heute auch schön und interessant werden kann. So habe ich nun für die nächsten 45 Minuten ordentliches Zahlenmaterial für Sie aufbereitet.
Nein, Nein, keine Sorge, denn es kam bereits Mitte April zu einem dicken/ fetten Eintrag in meinem Kalender, über den alleine es genug zu erzählen gäbe, aber auch für unsere Vegetation deutlich die Weichen stellte. Mit weniger als 10mm Regen wurde der vergangene März zu einem er wärmsten seit Beginn der Wetter Aufzeichnung 1881 gekürt. In Kalender Woche 15, Mitte April,  notierte ich Sommerliche 25 °C. Ich holte mir im Nacken bereits die erste Sonnenrötung und es war echt trocken. Die Reben waren feste dabei auszutrieben, wenn auch sehr unterschiedlich je nach Lage und Sorte. Doch dann kam die Kalenderwoche 16. Das war Bundesweit, ja sogar Europaweit die übelste Woche in diesem Jahr überhaupt. Frost! Eine Kalte Polarluft, teilweise mit Wind aus Nordwest, schob sich in diesen Nächten über unsere Kulturen. Es waren nicht jene Kaltschichten, mit denen z.B. die Winklerebene in diese Jahreszeit zu rechnen hätte und über die sich dann meist im Laufe des Morgens keiner mehr Sorgen macht, weil die Sonne Ihren Dienst tut. Es war kalte Luft im ganzen Himmel unterwegs. Wer konnte hatte seine Kartoffeln oder Obstbäume „frostberegnet“. Um jedoch einen Erfolg zu erzielen, mussten bis zu 7-mal, mitten in der Nach, die Beregnungs-Aggregate angeschmissen werden. Die Erdbeererzeuger deckten Ihre Bestände nachts mit wärmehaltendem Vlies ab, konnten aber, je nach Sorte und Blütestand, den Schaden auch nur reduzieren. Der Schreck saß tief, der eine oder andere war dann doch über das Ausmaß überrascht. Bei uns im Betrieb verzeichneten wir z.B. einen 100%igen Ausfall bei Äpfel und Birnen, in den Reben hatten wir sehr viel Glück. Liebe Gäste, ich weiß nicht wie oft ich folgende Kommentare gehört habe: „Do kenne ma nix dra ändere“ oder „Des hämmer halt nit in de Hand“. „Ich legte dann meist noch einen optimistischen Satz oben drauf: „ so ischs jetzt halt, ma nämme im Herbst halt des was ibrig blibt.“ In Lagen in denen man noch nie zuvor mit Frost zu kämpfen hatte, hatte man Schäden. Am Winklerberg mehr als am Fohrenberg, noch schlimmer war‘s am Tuniberg, der später übrigens dann auch noch mit Hagel zu kämpfen hatte. Es gab keine eindeutige Beschreibung des Ausmaßes. In den folgenden Wochen beobachteten alle Ihre Bestände. Ich sag Ihnen, jede Parzelle konnte Ihre eigene Geschichte erzählen. Ich sah Reben, mit komplett erfrorenen Trieben und ein Trieb, hinterm Pfahl war zu 100 % unbeschadet. Ich hoffte auf den Austrieb des Bei-Auges, das ist, so zu sagen, das Ersatzrad welches eine Rebe zur Verfügung hat um mit solchen Situation umzugehen. Aber das kam so gut wie nirgends zum Austrieb. Natürlich blieben überall genug Triebe übrig, so dass die Laubwand im Verlauf des Sommers geschlossen dicht aussah, aber jeder wusste, Mengenmäßig wird das eng. So war dann auch die Rebblüte. Unser Weinbauberater Tobias Burtsche schrieb dazu am 8.6.:„Der Entwicklungsstand der Reben am Kaiserstuhl ist sehr unterschiedlich…. von „Beginnender Blüte in späten, hohen Lagen, über Vollblüte, abgehende Blüte in mittleren Lagen und Ende der Blüte, sehr gut verblühte Trauben mit schrotkorngroßen Beeren in den frühen Lagen, können aktuell beobachtet werden. Besonders frost- bzw. hagelgeschädigte Rebanlagen stehen in der Entwicklung deutlich zurück.“ Der Sommer war ganz ordentlich. Es gab hitzige Wochen und tropische Nächte. Das sind schwülheiße Nächte, in denen kein Lüftchen ging, die jedem den Schlaf raubten und nur ein Ventilator das erträglicher werden ließ. Wie wird das Wetter im Herbst, Macht uns die Kirsch Essigfliege zu schaffen, gibt es warme Nächte, die uns ungünstiges Lesematerial bescheren? All solche Fragen beschäftigten hier jeden. Zum Glück hielt sich die Drosophila suzukii – die Kirsch Essig Fliege - etwas mit Ihrer Vermehrung zurück. Zwar gab es Schäden, diese blieben aber überschaubar. Die Kirsch Essig Fliege wurde übrigens bereits 1916 in Japan nachgewiesen und verbreitete sich über die USA bis 2009 zu uns aus. Seit dort haben wir sie hier so langsam war genommen, Sie gehört nicht zu meinen bevorzugten Tierarten! Wie sie hierher kam, ob per Schiff oder Flugzeug, weiß keiner so genau, es würde uns aber lediglich Ihr Abreisetermin interessieren. Notiert habe ich vor dem Herbst kühle Nächte und sonnige Tage. Für Aroma und Qualität der Tauben ideal. Beim Grasmulchen, zwischen den Reben vor dem Herbst, legte ich eine kleine Pause ein und tratschte etwas mit einer sehr erfahrenen Winzerkollegin. Sie meinte, es wird ein nasser Herbst werden, die Weinbergschnecken sind recht hoch unterwegs. Wir unterhielten uns über die aktuelle Lage in der Weinbranche, schimpften ein wenig übe die Politik, diskutierten die anstehende Bundestagswahl und stellten fest, dass wir doch sehr zufrieden sein können, wenn wir alle Tage gesund aufstehen können und unsere Reben schaffen dürfen. Merkwürdig war, dass Sie am Ende des Gesprächs sagte, es kann aber auch ein trockener Herbst werden, denn die extrem seltenen Gottesanbeterinnen sind zurzeit besonders viel und häufig unterwegs. Mit beidem hatte Sie Recht. Der Herbst hatte regnerisch, unsichere Tag aber auch sonnige, mit Traum-Herbst-Wetter. Ein Tag mussten wir sogar pausieren, weil sicher der Regen keine Pause gönnte.
Fazit: Ein Aufregendes, teils ernüchterndes Jahr aus weinbaulicher Sicht, der eine hatte Glück der andere etwas weniger und doch haben wir für Sie liebe Mitbürger und Gäste wieder genug Wein einlagern können, mit, nach meiner persönlichen Vorab-Einschätzung, traumhaften Qualitäten. Ich appelliere an Sie alle, unterstützen Sie mit verstärktem Verlangen nach unseren Weinen und den anderen, lokalproduzierten Erzeugnissen, gerade jetzt den hiesigen Weinbau und die Landwirtschaft. Eines weiß ich schon jetzt, für mich wird das Öffnen einer Flasche 2017er Wein Erinnerung sein, Erinnerung an alles was war.“

 


Unsere Vinothek/ Frühstücksraum


Weinproben, Winzervesper, Winzerfrühstück,etc...

 


Grauburgunder 2012

 

Unser Weingut hat eine extra Internetseite & Shop, dort bekommen Sie einen Überblick über unsere edlen Weine und können direkt über den Shop auch bestellen : 

www.weingut-schweizer.de

Unser Weingut: 

...in faszinierender Gegend,
...machen nette Leute,
...großartige Weine.
...Vielleicht die feinsten
   WEINE Badens

 

    Bei Interesse senden wir Ihnen gerne unsere Weinliste mit Preisen zu.  

schweiz.m@gmx.de

 

 


 

Unsere hauseigenen Brennerei:

 

 

Bei Interesse an unseren Bränden senden wir Ihnen gene eine Liste zu.  

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